29.08.2015

Rede zum ABC-Sommerfest am 29.08.2015

Das ABC Sommerfest ist mittlerweile ein fester Bestandteil unserer Jahresplanung geworden
und ich freue mich jedes Mal schon im Vorfeld, mit Ihnen zusammen zu feiern.
Das Sommerfest ist ein Fest von den Mitarbeitern für die Mitarbeiter und Ihrer ganzen Familien
und für alle Freunde unseres Unternehmens.

Da jedes Jahr neue Mitarbeiter dazukommen und wir eben ganz viele Freunde haben, wächst
das Sommerfest automatisch und es ist daher ganz praktisch, dass wir als Logistiker eine
Outdoor-Location aber auch eine Indoor-Location und damit ausreichend Platz zur Verfügung haben.
Indoor werden wir heute garantiert nicht brauchen, auch wenn wir darauf vorbereitet sind und bei
Bedarf sogar Schlauchboote oder den Schneeräumer einsetzen könnten. Der Hafen selbst
ist übrigens mittlerweile als Hochwasserausweichfläche ausgewiesen, aber wie aus dem
Bauleitplan 9451,5 (?) hervorgeht, endet diese Fläche an der Cuxhavener Str. auf der anderen
Straßenseite, so dass wir bei Hochwasser gesetzlich vor der Fluten geschützt sind. Sie sehen,
alles wurde berücksichtigt und ich möchte Sie in Anbetracht der äußerst günstigen Wetterlage
herzlichst begrüßen.

Zunächst begrüße ich aber alle 5 Babys, die in den letzten 12 Monaten auf die Welt gekommen sind:
Antonia, Paul, Adam, Anton und Deniz.
Ich glaube, die Kleinen haben sogar Ihre Eltern noch mitgebracht.
Liebe Eltern, auch Babys fahren auf dem Schoß Ihrer Eltern gerne schon LKW oder lauschen dem
Geklapper der Computertastaturen.
Bedenken Sie bitte, dass wir in der Regel pro Jahr 6 Ausbildungsplätze brauchen.

Damit möchte ich dann auch unsere neuen 6 Auszubildenden mit Ihren Familien begrüßen.
Ganz herzlich willkommen heiße ich die insgesamt 50 Mitarbeiter, die seit dem letzten
Sommerfest, vielfach auf Empfehlung, oder zum zweiten Mal, oder sogar vom fernen
„Windigen Eck“, in unser Unternehmen gekommen sind. Es hat sich herumgesprochen, dass
es bei ABC zwar viel zu tun gibt, dass es aber auch Spaß macht, hier zu arbeiten und zu
feiern.

Es freut mich sehr, dass auch viele unserer Kunden und Geschäftspartner als Freunde und
Geschäftsfreunde zu uns gekommen sind, um hier eine netten Nachmittag und Abend zu
verbringen.

Ich begrüße alle externen Mitarbeiter, Transportunternehmer und deren Fahrer, unsere liebe
Wilma Wolff, die mit Ihrem Team für Sauberkeit sorgt.

Ich freue mich über alle hier, die sich mit ABC in bestem Sinne verbunden fühlen.
Besonders glücklich bin ich natürlich dass meine eigene Familie, mein Sohn Michael, der
gleich etwas über die Ziele unseres Unternehmens sagen wird, hier ist und meine geliebte Frau
Ruth, die mir seit nun mehr 29 Jahren immer und jederzeit mit Rat und Tat zur Seite steht.

Nun zur Firma:

Die letzten 12 Monate waren wieder mal voll der Veränderungen und es war anstrengend,
aber endlich sind wir auch wieder erfolgreich. Wir haben die Verluste von 2013 ausgleichen
können. 2014 haben wir „Plus-Minus-Null“ im Ergebnis erreicht und 2015 wird, wenn alles
so bleibt, ein Jahr sein, in dem wir mal wieder etwas Geld verdienen werden. Dazu gehört
ganz sicher der Wille der Abteilungsleiter und Mitarbeiter an einem Strang zu ziehen und
jeden Euro wirklich 2 Mal umzudrehen, bevor wir ihn ausgeben. Dazu gehört aber vor Allem,
dass wir bei unseren Kunden einen guten Namen haben und viele neue gute Geschäfte
abschließen konnten, zum Teil auch dank vieler anderer zufriedenen Kunden im Stückgut,
die für die Linienverkehre von entscheidender Bedeutung sind.
Das alles hat dazu beigetragen, damit wir unsere bundesweite Direktlieferung mit 2 Mann so
erfolgreich ausbauen konnten.

Dann haben wir uns vor ein paar Monaten einer weiteren großen Speditionskooperation
angeschlossen, dem Online System Verbund. Online ist eine Speditionskooperation mit 70
Standorten in Europa. Zusammen mit dem Raben Netzwerk, CTL, dem INV Verbund und
den 30 direkten Linienverkehre ist die Verteilung aller Lieferungen so gesichert wie nie.
Wir können durch die nunmehr fast 250 Partner auf fast jeden Lieferwunsch individuell
eingehen.

Ich möchte hier auch mal ganz besonders allen Prokuristen und Handlungsbevollmächtigen
hervorheben, die loyal hinter mir und dem Unternehmen stehen, eigene Interessen
zurückstellen und manchmal auch unpopuläre Entscheidungen umsetzen.

Wie die meisten Kollegen wissen, gibt es ja mittlerweile sogar 2 große Veranstaltungen im
Jahr:
Eine Veranstaltung im Frühjahr, die durch Fakten, Probleme, Erfolge, Misserfolge und
Entwicklung geprägt ist.
Und das Sommerfest, das ebenfalls durch Fakten, Probleme, Erfolge, Misserfolge und Entwicklung,
aber vor allem auch durch Feiern geprägt ist.

Mittlerweile sind wir im Unternehmen übrigens fast 280 feste Kollegen und fast
60 Zeitarbeiter, Unternehmerfahrer, oder Aushilfskräfte.
Die meisten von Ihnen sind schon viele Jahre dabei und die neuen Kollegen wundern sich
manchmal über das Tempo. Diese Kollegen stellen dann aber meistens fest, wie gut das sein
kann, in solch einem Team zu arbeiten. Sicher meint der eine oder andere, auch von den
langjährigen Mitarbeitern, die Firma wäre nur für Ihn da, aber das kann man ja noch lernen.

Wir engagieren uns seit diesem Jahr besonders für faire Löhne und faire Arbeit gemeinsam
mit dem Landesarbeitsministerium, weil wir der Meinung sind, dass das genau den Kern trifft:

Faire Arbeit, Faire Löhne…Faire Löhne, Faire Arbeit.

Es gibt dazu mittlerweile Ausstellungen und Veröffentlichungen, in denen unser Unternehmen
ganz gut da steht.
Wir engagieren uns für Demografie im Unternehmen und EU weite Entwicklungsprojekte.
Unvergessen bleibt für einige, unsere gefühlten 5 Sekunden Fernsehauftritt bei Beckmann
zum Thema Demografie.

Was neu bei uns ist, ist dass die Mitarbeiter alle drei Monate einen Lagebericht von mir
bekommen. Der nächste wird im September verschickt und ich kann sagen, dass wir uns
schon noch anstrengen müssen, um unser Ziel zum Jahresende zu erreichen.
Es sind in den letzten Wochen einige Fehler gemacht worden, die vermeidbar sind und die
uns viel Geld gekostet haben. Ich merke aber, dass seit unserer Frühjahrsveranstaltung ein
regelrechter Ruck durch die Firma gegangen ist und sich wirklich jeder mit der Zukunft der
Firma und den eigenen Zielen noch mehr beschäftigt als vorher. Wir sind an Stunden
gerechnet mehr mit unseren Kollegen zusammen, als mit unseren Familien,
wenn wir gerade mal nicht schlafen. Da ist es so wichtig, dass man sich selbst
wohlfühlt, aber auch dafür sorgt, dass sich die Anderen genauso wohlfühlen.
Dass das aus unserer Firmenphilosophie heraus so bleibt, liegt auch daran,
dass wir einen Plan für die Zukunft haben.

Doch nun noch ein ernstes Thema, das uns alle hier betrifft, das uns als Menschen und
als Unternehmen ganz besonders am Herzen liegt: die Flüchtlingssituation.
Aus dem mittleren Osten, dem Balkan und aus Afrika versuchen Menschen
nach Europa zu kommen um hier bei uns sicher zu sein und nicht mehr um ihr Leben
kämpfen zu müssen. Tausende Kilometer müssen überbrückt werden, um irgendwann sicher
hier anzukommen. Viele Menschen haben es nicht geschafft und ich glaube, dass noch
viel mehr Menschen auf der Flucht im Mittelmeer oder durch Schwäche und Hass
umgekommen sind, als man uns über die Medien erzählt.
Aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und Pakistan fliehen die Menschen vor Bürgerkrieg und
Terror, aus Eritrea fliehen sie vor massiver Unterdrückung, das Land am Roten Meer gilt als
das „Nordkorea Afrikas“. Die Flüchtlinge aus diesen Ländern machten im Juni mehr als 40
Prozent aller Asylbewerber aus. Aus Balkanländern kamen 31,8 Prozent: Serbien,
Mazedonien, Bosnien-Herzegowina, Albanien, das Kosovo und Montenegro. In diesen
Ländern gibt es „rassistische Verfolgung“, die sich vor allem gegen Roma und
Andersgläubige richtet.

Lassen Sie uns den Menschen, die alles verloren haben hier helfen, sich wohl zu fühlen. Alle
wären sicher lieber in Ihrer Heimat und würden in Frieden leben, und alle werden immer mit
Sehnsucht an zuhause denken.

Ginge uns das im umgekehrten Falle anders?

Wir Alle hier haben persönlich nicht erlebt, wie das war, als man in Deutschland verfolgt und
ermordet wurde, wegen der Zugehörigkeit zu einem Volk oder einer Religion, wegen einer eigenen
Weltanschauung. 7.000.000 Menschen konnten in den Jahren 1933 bis 1945 in
Deutschland nicht fliehen und mussten sterben. Bis das, was in Deutschland damals passierte
weltweit im vollen Umfang registriert wurde, war es zu spät.
Nur 250.000 jüdische Menschen konnten in dieser Zeit fliehen und sind in Skandinavien oder
in Übersee aufgenommen worden. Alleine 2,5 Mio. Menschen sind nach dem Krieg aus Russland,
Pommern und Schlesien nach Westen geflohen, um zu überleben.

Insgesamt werden dieses Jahr nach den neuesten Prognosen sogar etwa 800.000 Menschen
nach Deutschland kommen.
Wie kann man hier auch nur ansatzweise Hilfe verweigern? Wie kann man diese Menschen
verfolgen, beleidigen und verängstigen? Wie kann man die Unterkünfte anzünden? Wie kann
man Witze darüber machen?
Ich möchte jeden Mitarbeiter und auch die Familien und unsere Freunde hier bitten, daran zu
denken und den Geist unseres Unternehmens mit zu tragen. Wir haben Mitarbeiter aus fast 20
Nationen hier und die Weltkugel gehört uns Allen.
Wir Alle hier haben zufällig Glück gehabt, in der richtigen Zeit und am richtigen Ort zu
leben. Dafür bin sehr dankbar und ich denke oft darüber nach – denn es hätte auch anders sein
können.

Wir haben als Unternehmen der Stadt Düsseldorf unsere Unterstützung bei der Unterbringung
und der Logistik angeboten. Das können wir und das werden wir tun, sobald unsere Hilfe
benötigt wird.
Wenn wir hier zusammen etwas auf die Beine stellen, wird uns dieses tolle Gefühl ein Leben
lang begleiten.
Ich weiß das, weil ich selbst 1974 helfen durfte, nach der türkischen Invasion auf Zypern,
Schulen und Krankenhäuser zu bauen und mich heute noch an so viele Details erinnere, dass
ich meine, es wäre erst vor Kurzem gewesen.

Damit schließe ich nun auch den ernsten Teil meiner Rede wieder ab und versuche nun den
Dreh zurück zum Sommerfest zu bekommen.

Da jeder weiß, dass mit guter Laune und Spaß alles viel leichter geht, fangen wir einfach
damit mal an. Wir haben wieder ein tolles Programm:

 Mit großer Freude konnten wir Isabel Kneissner überreden, zum 2.Mal eine
Kunstausstellung in unserem Hause im großen Besprechungszimmer auszurichten.
Lassen Sie sich von der Kunst und den Gedanken einer Künstlerin inspirieren, die
Ihnen gerne persönlich Einblicke geben wird, und die Sie faszinieren werden.

 Dann ist hier die Circus Familie Traber, Circus Tradition in der 7.Generation seit
1816, nächstens Jahr im 200. Jahr Ihre Aufführungen begleiten mich schon seit mehr
als 25 Jahren.

 Dann ist wieder da: Tim Berger alias Uwe Bohlke, der mit seiner Musik uns schon in
den letzten beiden Jahren in echte Schwingungen versetzt hat und der es sich, trotz
verletztem Arm nicht nehmen lässt, uns mit internationalen Songs zum Tanzen und
Singen zu bringen.

 Außerdem haben wir einen musikalischen Überraschungsgast: Die reizende Sabrina
Torkel. Sie steht landesweit auf allen Bühnen und schafft es immer, mit bekannten
Schlagern die Stimmung richtig anzuheizen.

 Luca Reifferscheid, seit diesem Jahr ehemaliger Auszubildender und nun Disponent,
legt wieder auf, koordiniert den ganzen Sound und wahrscheinlich disponiert er
zwischendurch noch 10 LKW.

 Für die kleinen und großen Kinder haben wir eine Hüpfburg, eine Malecke und Fußballtore.

 Da gibt es heute LKW Rundfahrten für Kinder und Erwachsende.

 Lager und Bürobesichtigungen für die, die gerne mal wissen möchten, was Ihre
Lieben den ganzen Tag so treiben.

Es gibt genug zu essen und zu trinken. Und es sind heute einfach ganz viele nette und
interessante Leute hier. Lerner Sie sich kennen, sprechen Sie sich an. Es wird Sie erstaunen,
was alles möglich ist.

Die angekündigte türkische Musik ist leider ausgefallen, so groß war der Wunsch, uns die
türkische Pop Musik nahe zu bringen, denn dann doch nicht. Aber das macht nichts, vielleicht
haben unsere Mitarbeiter aus fernen Ländern selbst mal Lust, uns die schönen Dinge Ihrer
Heimat im nächsten Jahr vorzuführen.
Musik, Tanz, Kultur und gutes Essen gibt es ganz sicher überall auf dieser Welt.

Ich begrüße nun als erstes Highlight des Abends aufs allerherzlichste die Familie Traber, die
Artisten und Clowns des Circus Traber!

Haben Sie Spaß, schauen Sie sich alles an, lassen Sie sich durch unsere charmanten Trucker
durch den Hafen kutschieren, hüpfen Sie, tanzen Sie, singen Sie – heute Abend ist alles
erlaubt, was der liebe Gott nicht verboten hat.

Auf geht´s und Bühne frei für den ganzen Circus!

Ihr Holger te Heesen

(Düsseldorf, 29.08.2015)