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December letter 2005.
Jeden Morgen geht die Sonne auf, nach dem Winter folgt der Frühling,
wir haben ein Dach über dem Kopf und hungern brauchen wir auch nicht.
Soviel zum Optimismus.
Ich hatte das Vergnügen, als Zuschauer an einer Podiumsdiskussion zum
Thema „ soziale Verantwortung der Unternehmer“ teilzunehmen.
„Wichtige“ Leute aus Wirtschaft und Politik, haben das Thema aufgegriffen
und in etwa folgendes zusammengebracht:
Der Mitarbeiter hat sich dem Kunden anzupassen,
die Erderwärmung wird in den nächsten Jahren zunehmen,
die 10 Gebote Gottes sollten wieder zur Maxime werden,
es gibt zu wenig Kinder in Deutschland,
ältere Menschen sollten endlich länger arbeiten,
der chinesische Staatspräsident erklärt “China ist die Fabrik
der Welt“,
ach, und wir müssen uns darauf einstellen, mehr Dienstleistungen zu erbringen
und zu dienen.
Stimmt, das alles hat natürlich nichts mit der sozialen Verantwortung
der Unternehmer zu tun.
Leider ist aber nicht viel mehr dabei herausgekommen.
Es hat mir aber bestätigt, wie heute Unternehmer und Politiker denken,
die Macht und auch Verantwortung tragen, die Verlagerung von Arbeitsplätzen
zu stoppen und das Leben in Deutschland für alle wieder lebenswert zu machen.
Mit der Zielsetzung, wie schaffe ich in Deutschland Arbeitsplätze und
wie gebe ich den Menschen mehr Sicherheit, hat scheinbar keiner mehr was zu
tun.
Ganz im Gegenteil, die Unternehmer in der Diskussion, produzieren längst
im Ausland oder kaufen ihre Produkte fast vollständig dort ein.
Die Politiker merken nur noch wenig, malen Weltuntergangsszenario mit Klimaerwärmung
und Vogelgrippe an die Wand oder rechtfertigen sich mit intelligenten Statements
wie:
„Mehr Arbeitsplätze bedeuten mehr Steuereinnahmen, entlasten die
Sozialversicherung und senkt die Staatsverschuldung.“
Da kann man wirklich nur sagen; Hallo, bitte aufwachen, aber ganz schnell !
Verantwortung als Unternehmer zu übernehmen heißt, taktisch klug
Aufträge
ins eigene Unternehmen zu holen, und in Deutschland oder Europa für die
Welt
zu produzieren.
Produkte exportieren, kein „Know How“, kein Wissen.
Entwicklungshilfe in der Hinsicht geben, dass der Platz auf diesem Planeten
für Menschen begrenzt ist und niemand mehr verkündet „seid fruchtbar
und mehret euch“.
Aufklärung ist angesagt, Familienplanung mit Verstand, Unterstützung
notleidender Menschen. Zuerst bei uns und anschließend sofort bei Anderen.
Abkehr vom Fanatismus der Religionen.
Natürlich braucht jeder Mensch etwas an das er glauben kann, aber muss
er dann
auch gleich manipuliert werden?
Ich finde das, was aus der Aktion „ich bin Deutschland“ gemacht
wurde, zynisch.
Es hat immer einzelne herausragende Persönlichkeiten gegeben, und es wird
sie auch weiter geben.
Das werden aber auch in Zukunft Menschen mit besonderen Talenten, oder einfach
auch nur mit viel Glück sein.
Der Grund, weshalb sie zu dem geworden sind, was sie waren oder heute sind,
hat auch mit den Möglichkeiten zu tun, die dieses Land ihnen zu Ihrer Zeit
ermöglicht hat.
Porsche und Thyssen zum Beispiel der Krieg,
Ludwig Erhard, Max Schmeling, die Nachkriegszeit,
Alice Schwarzer, die Frauenbewegung,
Beckenbauer, Pechstein, Schumacher, Jauch, das Fernsehen,
Adi Dassler und Beate Uhse, der Trend nach Freizeit,
Beethoven, Goethe, Dürer, Newton, Einstein und Lilienthal wurden nicht
gefragt
Doch welche Chancen haben die Menschen heute wirklich ?
Was ist mit Schulbildung, auf die nach der Mitte des Jahrhunderts soviel Wert
gelegt wurde?
Was ist mit der Vollbeschäftigung der 60er, 70er und 80er Jahre ?
Was ist mit den Zeiten, als in Deutschland ausländische Arbeitskräfte
willkommen waren, weil die Arbeit nicht mehr geschafft wurde ?
Was wurde aus dem Aufschwung Ost, für den alle Steuerzahler gerne den
Solidaritätszuschlag entrichtet haben?
Was ist mit „Made in Germany„ was wurde aus der D-Mark ?
Ich möchte jetzt zu der sozialen Verantwortung der Unternehmer kommen.
Der Unternehmer hat am Anfang eine Geschäftsidee.
Er findet in seinen Mitarbeitern Freunde, die diese Idee mittragen.
Er findet in seinen Kunden Menschen, die an den Erzeugnissen interessiert
sind.
Das Produkt oder die Dienstleistung wird angenommen, weil es gut ist .
Das Geld, das dem Unternehmen dafür gezahlt wird, setzt der Unternehmer
in Lohn und Zufriedenheit, in neue Techniken, Investitionen und in den Ausbau
des Unternehmens um.
Durch Motivation haben die Mitarbeiter ebenfalls Ideen und tragen einen weiteren
Teil zum Gesamterfolg bei.
Jede Idee wird vor Realisierung ausreichend geprüft, um im Interesse der
Mitarbeiter keine unnötigen Risiken einzugehen.
Das Produkt oder die Dienstleistung wird auf Werthaltigkeit geprüft und
zur Produktion erst freigegeben, wenn es die Zukunft des Unternehmens sichert.
Das war’s eigentlich, oder ?
Wenn da nicht die Gier nach Macht und Reichtum wäre.
Wenn da nicht die Konzernmanager wären, die nur nach Quartalsberichten
bewertet werden.
Wenn da nicht die Mittelständler wären, die aufgrund der politischen
Verhältnisse gar nicht anders können, als im Ausland billig zu produzieren.
Da gibt es Unternehmen in Europa, die Ihre hochpreisigen Produkte billigst
in China herstellen lassen und sich andererseits darüber beklagen, dass
im Anschluss an die Fertigung dieselben Produkte als Plagiate hergestellt
werden.
Große Summen werden mittlerweile ausgegeben, um das einzudämmen.
Schade, dass die EU im Herbst einen für den europäischen Arbeitsmarkt
faulen Kompromiss für die 50 Mio. Textilien zugelassen hat, welche über
die Quoten hinaus versucht wurden, nach Europa einzuführen.
Der Kompromiss lautete, dass 50 % der Textilien ohne Beschränkung eingeführt
werden durften und 50 % auf die Importquote für 2006 angerechnet werden,
das sind derzeit 6 % der Gesamtmenge.
Unklar ist allerdings, ob die Quoten für 2006 nicht ohnehin noch aufgestockt
werden.
Fakt ist, dass die Importquoten in naher Zukunft in Europa wegfallen.
Jeder Händler oder Importeur kannte übrigens auch diese Quoten,
in der Hoffnung, das geht schon gut.
Hiermit hätte Gerhard Schröder sich die Wiederwahl oder Angela
Merkel die sichere Neuwahl garantieren lassen können.
Die Bundesbürger hätten sofort verstanden, dass da ernsthaft etwas
für Ihre Zukunft getan würde.
Schade, diese Chance haben beide „Volksparteien“ verpasst ? Weshalb
nur ?
Informieren sie sich über die Deutsch – Chinesischen Aktivitäten
unter www.bjrundschau.com
oder in dem in der Anlage
aufgeführten Auszug.
Und wenn der Handel mit China etwas unpopulärerer wird,
stehen afrikanische Länder wie z.B. Lesotho schon in den Startlöchern.
Siehe: www.lesotho-botschaft.de/ueberblick.html
Ich bin froh, dass Unternehmen wie Porsche, BMW, Henkel und viele andere,
wie eben auch ABC-Logistik mit über 200 Arbeitsplätzen, bereit sind,
die soziale Verantwortung für ihre Unternehmen zu tragen und durch ein
ausgewogenes Verhältnis an Leistungen und Kunden, den Mitarbeitern und
deren Familien Sicherheit geben können.
Ideen, Europa wieder zu einem starken Partner der Welt zu machen, gibt es
genug.
Europa kann durchaus auch selbst noch „zur Fabrik der Welt“ werden.
Sehen wir es einfach mal sportlich.
Im Sport geht es darum, das Spiel zu gewinnen und zu zeigen, wer der Bessere
ist.
Um das zu erreichen wird hart trainiert und der Teamgeist gefördert.
Ein Wettbewerb mit dem Anspruch die „Besseren“ zu sein, vermochte
die Menschen schon immer zu motivieren, Leistungen und Einsatz zu zeigen.
Trainieren wir also gut dafür, überlegen wir uns neue Spielzüge
und vielleicht auch ein paar Tricks.
Setzen wir auf die Mannschaftsaufstellung, Teamgeist und den Willen zum Erfolg.
Jeder wird seine Position einnehmen.
Mit dem Willen zum Erfolg werden dann auch persönliche Interessen wie
selbstverständlich zurückgestellt.
Nehmen wir den Wettbewerb auf und lassen uns auf das wichtigste Spiel unseres
Lebens ein.
Wenn wir wirklich wollen und uns konzentrieren werden wir ganz sicher gewinnen.
Zum Abschluss möchte ich eine, zugegebenermaßen selbst erdachte
Geschichte erzählen:
Es war einmal ein freundlicher, kleiner Diener aus dem fernen Land der aufgehenden
Sonne…
Er hatte nur im Sinn, seinem Herrn zu dienen und ihm die Dinge des Lebens
so einfach wie möglich zu gestalten.
Dem Herrn gefiel’s gar gut, aber er war im Laufe der Jahre bequem geworden
und übertrug dem Diener immer mehr und immer wichtigere Aufgaben.
Der Diener hatte viel zu tun, war schlau und um seinem Herrn noch besser dienen
zu können, hatte er bald eigene Diener.
Dem Herrn gefiel es immer besser und er wurde träge.
Der Diener übernahm nun auch die Korrespondenz, die Übersicht zu
den Konten, die Leitung der Werke.
Eines Tages schlug er seinem Herrn vor, die lästige Arbeit doch in seine
Heimat zu verlegen.…
Der Herr fand, das sei eine tolle Idee und versorgte seinen treuen Diener
mit viel Geld für Investitionen.
Der Diener versprach, auch aus der Ferne immer gut für seinen Herrn zu
sorgen.
Doch die Arbeit und auch alle Diener waren weg.
Der Herr hörte anfangs vom Erfolg des treuen Dieners, aber die Unterstützung
blieb nach und nach aus.
Der Diener wurde so reich, dass er die Arbeit recht bald an seine Nachkommen
übertrug, aber die wollten von der Unterstützung des Herrn aus dem
fernen Europa nichts mehr wissen.
Nun hatte der Diener Mitleid mit seinem früheren Herrn und lud ihn ins
Land der längst aufgegangenen Sonne ein.
Er gab ihm sogar einen Arbeitsplatz und so wurde der Herr aus Europa selbst
zum freundlichen Diener.
Es war einmal ein freundlicher, kleiner Diener aus dem fernen Europa …
Er hatte nur im Sinn seinem Herrn zu dienen und …
In der Gewissheit, dass sich permanent alles verändert, wünschen
wir ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr.
Ihr
Holger te Heesen
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